Allgemeine Zeitung berichtet (26.04.2016)

Tierschutz Bingen ist glücklich mit der Entscheidung, keine Fundtiere mehr aufzunehmen

 

BINGEN/GROLSHEIM - Katinka zieht heute aus. Die schwer vermittelbare Katze war im Tierheim in Grolsheim untergebracht, das vom Tierschutz Bingen betrieben wird. Ein Jahr lang war Katinka hier und alle sind erleichtert, dass sie endlich ein neues Zuhause gefunden hat. Erleichterung verspüren die Verantwortlichen des Vereins aber auch noch aus einem anderen Grund: Sie müssen nun keine Fundtiere mehr aufnehmen. Zu Jahresbeginn kündigten sie einen Vertrag mit der VG Sprendlingen-Gensigen, der VG Rhein-Nahe und der Stadt Bingen (die AZ berichtete).

 

Vertrag gekündigt

Der Vertrag legte fest, dass der Tierschutz Bingen Fundtiere aufnimmt. Im Gegenzug gab es Geld von den Kommunen, insgesamt etwa 13 000 Euro pro Jahr. „Das hat aber hinten und vorne nicht gereicht“, sagt die Erste Vorsitzende Sabine Götzmann, „Wir konnten das nicht mehr. Wir haben den Kommunen das finanziert.“

 

Aber wie ging es denn früher? Damals habe die ehemalige Vorsitzende Betty Klugmann die Fundtiere teils privat finanziert, sagt Götzmann. Für ein Fundtier können leicht Tierarztkosten im vierstelligen Bereich anfallen. Mittlerweile kommen in Bingen gefundene Tiere beim Förderverein Mensch und Tier (M.u.T.) unter.

 

„Erst waren wir uns wegen der Fundtier-Entscheidung unsicher, aber wir bereuen diesen Schritt nicht“, sagt Götzmann. Sie und ihre Mitstreiter sehen darin einen großen Vorteil. Nun sei mehr Platz, um Tiere aufzunehmen, die zum Beispiel wegen Todesfällen oder Umzügen vorbeigebracht werden. Auch Morle profitiert vom neuen Platzangebot. Die Katze ist seit Oktober 2014 im Tierheim und äußert schwer vermittelbar. Sie ist sehr scheu – streicheln unmöglich. Die anderen Katzen freuen sich über die zwölfköpfige Jugendgruppe, die sich jeden Freitagnachmittag hier trifft. „Das Interesse an unserer Jugendarbeit ist groß, es gibt sogar Wartelisten“, sagt Sabine Götzmann.

 

Doch in Grolsheim hegt nicht jeder Sympathie für das Tierheim. Früher lag es außerhalb, mittlerweile wird es von einem Neubaugebiet umschlossen. Nach Meinung mancher Anlieger hat ein Tierheim in einem Wohngebiet nichts zu suchen, sagt Götzmann. Dabei dürfte das Tierheim kein sonderlich lautes Tierheim sein, weil dort keine Hunde mehr leben. Die meisten tierischen Bewohner sind Katzen, denen Kaninchen und Meerschweinchen Gesellschaft leisten. Die etwa 40 Tiere und das Heim werden komplett mit Spenden finanziert. Der Verein freut sich über Geld genauso wie über Naturalien. Auf dem Tisch vor Sabine Götzmann steht ein Karton mit Katzenfutter, vor dem Haus liegen blaue Säcke mit alten Decken und Handtüchern, die bei der Tierversorgung stets gebraucht werden können.

 

Letzes Jahr feierte der Verein dreißigjähriges Bestehen und entschied sich dafür, seine Eigenständigkeit zu behalten. Die Alternative wäre gewesen, mit dem Förderverein Mensch und Tier (M.u.T.) zu fusionieren, doch die Mitgliederversammlung des Tierschutz Bingen stimmten dagegen.

 

Sabine Götzmann und ihr Team wollen sich auf ihre langjährig erprobte Weise für Tiere ins Zeug legen. Besonders ist Götzmann daran gelegen, das Klischee des Tierheims loszuwerden. Viele Leute würden schlecht über Tierheime denken und die dort untergebrachten Tiere bemitleiden. „Das geht aber an der Realität vorbei“, sagt Götzmann, „die Leute sollen sich trauen, ins Tierheim zu kommen. Es ist ein schöner Ort.“

 

30 Jahre Tierheim Grolsheim

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Vielen Dank an das Team von Sprendlingen-TV für diesen tollen Beitrag!

 

 

Artikel aus der Allgemeinen Zeitung vom 24.10.2015

 
Von Jochen Werner

Distelfink ist wieder munter

TIERHEIM  Tag der offenen Tür gibt viele interessante Einblicke in die Arbeit der Ehrenamtlichen

BINGEN/GROLSHEIM - Emily, Samira (beide 14), Lea (15), Marco (13), und ihre Freunde kennen sich aus. Die Jugendgruppe vom Tierschutz Bingen in Grolsheim trägt mit ihrer Begeisterung in hohem Maße dazu bei, dass sich das Tierheim immer ansprechender präsentiert. Beim diesjährigen Tag der offenen Tür waren alle in ihrem Element, kümmerten sich nicht nur um Losverkauf und Glücksrad, sondern hatten immer auch ein Auge auf Kaninchen Toni und die übrigen Schutzbefohlenen.

 

Sabine Götzmann blickte als Vereinschefin auf die vergangenen Monate zurück. Das völlig neue Katzenhaus im Untergeschoss ist ein Schmuckstück, das aber nur deshalb entstehen musste, weil ein kapitaler Wasserschaden die Entkernung des Kellers nötig machte (wir berichteten). Die Not wurde zur Tugend. „Wir haben unter den Handwerkern wirklich viele ehrenamtliche Helfer gewonnen“, ist Götzmann heute noch glücklich, „dass fast alles mit deren Leistung hochgezogen und gestemmt werden konnte“. Dafür, dass es den Tieren gut gegangen sei, hätten die Kollegen aus Ingelheim und Bad Kreuznach mit angepackt: „Wir sind wirklich super vernetzt“, erklärte Götzmann.

 
 

38 Heimtiere, unter ihnen zwei Chinchillas und fünf Kaninchen, werden zurzeit in Grolsheim gepflegt. Das Gros machen – wie immer schon – die Katzen aus. Dazu kommen einige Fundtiere in der Quarantänestation, in der sie drei Woche lang bleiben müssen, wenn Herrchen oder Frauchen nicht gefunden werden oder sich melden. Dann sind die Mitarbeiter des Tierschutzes mit ihren grünen T-Shirts gefragt. Hunde gibt es nicht mehr, „dafür sind Ingelheim und Kreuznach da“, berichtete Götzmann. Dafür würden aber auch schon mal Wildvögel aufgepäppelt. Erst vor Kurzem habe man einen Distelfink am Leben halten und wieder aussetzen können. Dabei mache sich bemerkbar, dass ein Tierarzt der Klinik in Bretzenheim immer erreichbar sei.

Die Jugendlichen sind begeistert. Tiere füttern, die Katzenklos saubermachen, mit den Katzen spielen, all das ist für Emily eine Selbstverständlichkeit. Gemeinsam mit Samira hat sie beim Girls’ Day ins Tierheim hineingeschnuppert. Danach stand für die beiden fest, dass sie jede Woche herkommen und anpacken wollten. Dazu gehörte auch, die Außenmauer endlich mit Tiermotiven anzumalen. Marco ist zwar ein Jahr jünger als die Mädels, aber schon beinahe ein „alter Hase“. Und einer, der sein neuestes Haustier im Tierheim gefunden hat: „Vor zwei Wochen habe ich Glöckchen hier geholt“, erzählt er.

Die Arbeit des Tierheims und seine 30 Helfer, die ein motiviertes Team bilden, ist  anerkannt und geschätzt.

Kein Wunder also, dass der Tag zu einem großen Erfolg wurde, sich so viele Menschen umschauten wie selten zuvor. Dazu trugen die laut Götzmann „wirklich saugeilen Kartoffelpuffer“ genauso bei wie die Lose, die weggingen wie warme Semmeln.

 

 

Artikel aus derm Binger Wochenblatt vom 14.10.2015

Hier finden auch Katzen Schutz

Tierheim Grolsheim lädt am Sonntag zum Tag der offenen Tür ein

GROLSHEIM (red) – Das30-jährige Bestehen des Vereins Tierschutz Bingen und des Tierheims sind der Anlass für den Tag der offenen Tür. Am Sonntag, 18. Oktober, wird im Tierheim Grolsheim von 12 bis 18 Uhr gefeiert.

Die Tierschützer möchten gerne diesen speziellen Tag mit Gästen feiern und laden ein, am Sonntag im Grolsheimer Tierheim vorbeizuschauen. Es ist für jeden etwas dabei – Kuchen und eine gute Tasse Kaffee oder sonstige Getränke, Gegrilltes, die allseits beliebte Kartoffelsuppe und Kartoffelpuffer. Auch für Kinder wird Unterhaltung geboten. Auf dem Programm stehen Schminken, eine Malecke und ein Kinderquiz. Eine große Tombola lockt mit interessanten Preisen. Bei einem Rundgang kann das teilweise frisch renovierte Tierheim erkundet werden. Selbstverständlich stehen an diesem Tag die Tierheimbewohner im Mittelpunkt. Sie suchen alle ein liebevolles Zuhause und endlose Streicheleinheiten. Die Besucher können beim Betrachten der Bildergalerie „Früher und heute – 30 Jahre Tierschutz Bingen“ auf eine Zeitreise gehen. Auch bei schlechtem Wetter gibt es keinen Hinderungsgrund, das Tierheim zu besuchen – es gibt genügend Möglichkeiten sich auch bei Regen einen entspannten Nachmittag zu genießen. Ins Leben gerufen wurde der Verein von Günter und Betty Klugmann. Viel ist geschehen in dieser Zeit: Aus dem alleine stehenden Tierheim wurde mit der Zeit ein Haus unter vielen in einem Neubaugebiet. Viele Tiere kamen und gingen, fanden ein liebevolles Zuhause. Das eine oder andere hat sich über die Jahre verändert, aber eines ist gleich geblieben: die immense Liebe zum Tier und die unermüdliche Arbeit in der Hoffnung, für möglichst viele Vierbeiner eine neues, artgerechtes und liebendes Zuhause zu finden. Auch entlaufene und verlorene Lieblinge sollen eine Chance haben, mit ihren besorgten Besitzern wieder vereint zu werden. Und für all das sind Tierheimleitung, Angestellte und ehrenamtliche Helfer unermüdlich und oft zu den seltsamsten Stunden im Einsatz. Günter Klugmann brachte das Anliegen des Tierheims einst mit dem Satz „Tiere brauchen die Hilfe des Menschen – und es muss Menschen geben, die zu dieser Hilfe bereit sind“ auf den Punkt.

 

 

Tierschutz Bingen im Binger Magazin

 

In der 4. Ausgabe des Binger Magazins stellt sich der Tierschutz Bingen vor. Lesen Sie hier!

 

 

Stellungnahme zum Artikel in der Allgemeinen Zeitung Bingen vom 23.06.2015

 

Liebe Tierfreunde,


uns erreichen sehr viele Fragen, die sich zum Teil aus den Zeitungsartikeln der letzten Wochen ergeben. Diese Fragen hoffen wir mit dieser „Stellungnahme“ zu beantworten.


Die Unterbringung von Fundtieren ist eine kommunale Aufgabe, die vielerorts an die Tierheime übergeben wird. So betreut der Tierschutz Bingen e.V. im Grolsheimer Tierheim seit 1985 die Fundtiere für die Verbandsgemeinden Sprendlingen-Gensingen, Rhein-Nahe und die Stadt Bingen mit allen Stadtteilen. Bis Ende 2013 waren neben Katzen und Kleintieren auch Hunde in Grolsheim und auf einem Gelände an der Kläranlage Büdesheim untergebracht. Das bis vor einigen Jahren für den Tierschutz Bingen e.V. zur Verfügung stehende Grundstück an der Kläranlage, musste mangels Geld (zur Unterhaltung) und mangels personeller Unterstützung vor einigen Jahren schon aufgegeben werden. Da um das Tierheim in Grolsheim aber in den letzten Jahren ein Neubaugebiet herum gewachsen ist, wurde die Unterbringung von Fundhunden durch Gebell und Gekläffe zur Qual für die Anwohner. Mit diesem Hintergrund werden die Fundhunde seit Januar 2014 durch den Förderverein Mensch und Tier betreut und der Tierschutz Bingen e.V. versorgt im Auftrag der Kommunen Katzen und kleine Haustiere (wie Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen etc.) im Grolsheimer Tierheim.


Dafür bekommt der Tierschutz Bingen e.V. monatlich ca. 1.000 €. von den 3 Kommunen zusammen. Das sind 23 ct pro Einwohner (nicht wie dem Bericht aus der Allgemeinen Zeitung vom 23.06.2015 zu entnehmen ist 70 ct).


Der Zuschuss von 70ct. pro Einwohner für die Unterbringung von Fundtieren entspricht dem Durchschnitt in Deutschland, unsere Vertragspartner zahlen auch insgesamt diesen Betrag. Die Verteilung dieses „Zuschusses“ zu Hunden und Kleintieren ist in unseren Augen jedoch absolut irrsinnig. Während der Tierschutz Bingen e.V. mit 23ct. pro Einwohner (ca.12.000 € im Jahr) im Jahr 2014 über 100 Fundkatzen, -kaninchen, -meerschweinchen, und -tauben versorgte, hatte M.u.T. zur Versorgung der Fundhunde 47ct. pro Einwohner (ca. 24.000 € im Jahr) zur Verfügung. Die Anzahl der Fundhunde, sowie deren Unterbringungsdauer ist uns nicht bekannt.


Sie können sich vorstellen, dass es kaum möglich ist, mit 1.000 € im Monat Fundtiere zu versorgen, die teilweise in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand, oft wildgeboren, nicht geimpft oder kastriert, oder in ganz schlimmen Fällen verletzt sind. Ganz abgesehen davon ist das Gebäude zu unterhalten und Personalkosten zu tragen um die Tiere unterzubringen und zu versorgen. Denn keine wildgeborene Katze wird in einer Pflegefamilie mit Wohnung untergebracht werden können. Genauso wenig ist die Unterbringung in Familien mit kranken und stark pflegebedürftigen Tieren möglich, die womöglich keinen Kontakt zu Artgenossen haben dürfen. Für diese Fälle ist ein Tierheim unverzichtbar!


Vertreter des Tierschutz Bingen e.V. suchten immer wieder das Gespräch mit den Kommunen um den „Zuschuss“ zu erhöhen. Leider vergebens. Die noch im November 2013 versprochenen Gespräche für Anpassungen und Neuverhandlungen wurden immer wieder verschoben. Auch der Förderverein Mensch und Tier war zu keinem Zugeständnis bereit. Deswegen kündigten wir die Verträge fristgerecht zum Ende dieses Jahres.


Deshalb wird das Grolsheimer Tierheim ab Januar 2016 –wie viele andere ortansässige Tierheim auch- keine Fundtiere für die Kommunen mehr annehmen!


Wir sprechen hier auch nur von Fundtieren! Dies sollte ganz deutlich gesagt sein. Es geht tatsächlich nur um die Tiere, die von aufmerksamen Tierfreunden „auf der Straße“ gefunden werden. Es geht nicht um Abgabetiere, die aus persönlichen Gründen nicht mehr gehalten werden können. Der Zuschuss der Kommunen ist für die Fundtiere gedacht. Dadurch, dass die Fundtiere im letzten Jahr knapp 80 % der Belegung im Tierheim ausmachten (aber nur knapp 20 % der Kosten getragen wurden) und wir oft keine Kapazitäten mehr hatten um Sie und Ihr Tier in Notlagen zu unterstützen, mussten wir wegen Platzmangel und fehlender personeller Kapazitäten in der Vergangenheit oft an andere Tierheime oder Institutionen verweisen. Das möchten wir nicht mehr machen müssen. Denn auch wir bekommen sehr wohl mit, dass sich oft niemand verantwortlich fühlt.


Mitglieder, Tierfreunde und Spender ermöglichen weiterhin Kastrationen, tierärztliche Versorgung und notwendige Operationen unserer Schützlinge! Der Betrieb des Tierheims wird auch in Zukunft durch den Einsatz von Geringverdienern und ehrenamtlichen Helfern sichergestellt!


Wir werden kein Tier abweisen und alles in unserer Macht stehende tun, um Tiere zu versorgen, artgerecht unterzubringen und ihnen ein neues Heim zu geben. Egal ob groß oder klein, Hund‘ oder Katz‘, verletzt oder gesund. Dafür setzen wir uns ein, wir sammeln Spenden und greifen unsere Rücklagen an. Aber wir sind nicht bereit die Kommunen zu subventionieren! Das Geld steht beim Land zur Verfügung, kommt aber leider nicht bei den Tieren an.


Dass der Förderverein Mensch und Tier sich in der Lage sieht –ohne eigenes Tierheim- diese Mammut-Aufgabe zu bewältigen, die Kommunen damit unterstützt und nicht den Tierschutz Bingen, ist für uns nicht nachvollziehbar. Auch dass plötzlich Gelder bei den Kommunen freigesetzt werden können, die in den letzten 30 Jahren beim Tierschutz Bingen e.V. nicht verfügbar waren, ist eigentlich sehr traurig. Aber es ist nun so wie es ist.


Deshalb sagen wir sehr deutlich: WIR machen keine Politik – WIR betreiben Tierschutz!


Immer öfter bekommen wir Anrufe von Ihnen, wenn Sie ein Tier gefunden haben oder Ihr Tier auf privaten Gründen abgeben müssen. Wenn sich niemand für den gefundenen kleinen Falken oder die kleine Amsel verantwortlich fühlt. Oder wenn die Katze oder das Kaninchen nicht mehr in Ihrer Familie bleiben kann, weil ein Kind allergisch reagiert oder Oma sich nicht mehr darum kümmern kann.


Bei all diesen Fällen sind wir für Sie und für die Tiere da!


Wir freuen uns Sie zu den Öffnungszeiten im Tierheim begrüßen zu können und Ihre Fragen zu beantworten.


Ihr Vorstand des Tierschutz Bingen e.V.



Artikel in der Allgemeinen Zeitung Bingen am 17.06.2015

 

Tierschutzverein geht eigene Wege: Vertrag mit Kommunen gekündigt

GROLSHEIM/BINGEN - Die Gespräche wollten nie richtig in die Gänge kommen. Jetzt scheint das Tischtuch endgültig zerschnitten zu sein. Der Binger Tierschutzverein hat nach eigenen Angaben zum Jahresende die Verträge zur Fundtierbetreuung, die mit den Verbandsgemeinden Sprendlingen-Gensingen, Rhein-Nahe und der Stadt Bingen bestanden, gekündigt.

 
Nicht überraschend
Für die Kommunen wiederum scheint der Vorgang nicht allzu überraschend gekommen zu sein. Denn mehr oder weniger zeitgleich laden die drei Gebietskörperschaften zu einer Pressekonferenz für den 22. Juni ein, bei der ein entsprechender Vertrag über die Fundtierbetreuung mit dem Förderverein MUT (Mensch und Tier) unterzeichnet werden soll. In erster Linie peilt MUT die Errichtung eines neuen Tierheims im Gewerbepark Sponsheim-Grolsheim an. Derzeit betreut der Verein Hunde in einer provisorischen Einrichtung an der Kläranlage in Büdesheim (wir berichteten).

Es ist kein Geheimnis, dass die Beziehungen des Tierschutzes nicht nur zu den Verbandsgemeinden und der Stadt, sondern auch zu MUT schon mal besser waren. Einst standen sogar einmal Fusionsüberlegungen beider Vereine im Raum. Dies hat sich verflüchtigt, beide Vereine gehen getrennte Wege.

Mit dem nun sich abzeichnenden Szenario wird eine jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen Tierschutzverein und Kommunen zur Geschichte. 30 Jahre lang betreute der Tierschutz im Heim in Grolsheim die Fundtiere. Unangefochtene Fürsprecherin der heimatlosen Tiere und vielgeachtete Tierschützerin war Betty Klugmann. Sie hielt eine schützende Hand über dem Tierheimbetrieb, sodass nach ihrem Tod auch eintrat, womit viele rechneten: Der Verein geriet in eine Krise, personell in der Führung, aber auch finanziell mussten die Aktiven zusehen, wie der Betrieb gesichert werden konnte. Eine der Forderungen dabei war immer wieder, dass die Kommunen ihren Finanzierungsanteil anpassen, also erhöhen sollten. Der Tierschutzverein legt dabei folgende Rechnung auf den Tisch: 2014 wurden in Grolsheim 135 Fundtiere betreut, von den Kommunen gibt es pauschal  1 000 Euro im Monat. Fundtiere machten in 2014 78,5 Prozent der Belegung im Tierheim Grolsheim aus. "Die Kosten für den Tierheimbetrieb werden durch die, Fundtierpauschalen‘ aber nur mit knapp 20 Prozent gedeckt", unterstreicht Nicole Külzer vom Verein. Aber Gespräche über mögliche Anpassungen der Pauschale seien immer wieder verschoben worden.

 

Kommunen subventioniert

"Mit Mitgliedsbeiträgen und Spendeneinnahmen subventionieren wir seit Jahren die Kommunen! Dies hat nach dem 31.12.2015 ein Ende", lässt sich Nicole Külzer entschlossen vernehmen. Der Tierschutz gebe die Fundtierbetreuung ab. "Damit ist das Tierheim Grolsheim eines von vielen rheinland-pfälzischen Tierheimen, welches keine Fundtierverträge mit den Kommunen mehr hat."

Aber die Tierfreunde lassen an ihrem Willen und Engagement zugleich keinen Zweifel: "Wir machen weiter - auch ohne kommunale Unterstützung!" Der noch junge Vorstand, dem erst am 12. Juni das Mitgliedervotum eine neue Vorsitzende bescherte, will diese neue Zeit meistern: "Auch wenn wir noch keine alten Tierschutz-Hasen sind, wissen wir uns in allen Fällen gut zu helfen und wir werden mit den Aufgaben wachsen", sagt Vorsitzende Sabine Götzmann. Die Vorsitzende betrachtet auch die Grolsheimer Einrichtung durch das Engagement der Mitglieder als gerüstet: "Das Tierheimteam besteht aus 20 ehrenamtlichen Helfern, die täglich den Tierheimbetrieb begleiten und ihr Fachwissen einbringen. Die Kontakte mit den umliegenden Tierheimen und Experten für Kleintiere oder Wildtiere wurden und werden ausgebaut. Die Anfragen zur Aufnahme von Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen von Privatpersonen ist weiterhin ungebrochen. Wir weisen kein Tier ab", so Götzmann.

 

 

 

Sie können diesen Artikel auch online abrufen: Bitte klicken Sie hier!

 

Veröffentlichung Spenden-Aktion unter www.KreuznacherNachrichten.de und www.Mainz-Nachrichten.de

 

Wir danken recht herzlich für die Veröffentlichung unsere Unwetter-Spendenaktion:


http://www.kreuznachernachrichten.de/2015/06/14/14-06-15-bingen-katzenhaus-uberflutet-spendenaktion

 

http://mainz-nachrichten.de/14-06-15-bingen-katzenhaus-ueberflutet-spendenaktion

 

Artikel in der Allgemeinen Zeitung Bingen am 30.01.2015

 

Am 30.01.2015 ist der folgende Artikel in der Allgemeinen Zeitung Bingen erschienen:

 

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bingen/bingen/dem-grolsheimer-tierschutz-verein-fehlen-20-000-euro-sonst-droht-schliessung_14970971.htm

 

Tierheim des Tierschutz Bingen e.V. im SWR bei "Hierzuland" in der Landesschau Rheinland-Pfalz

 

Am 22.12.2014 war unser Tierheim im SWR bei der Sendung Landesschau Rheinland-Pfalz im Betrag "Hierzuland - Aspisheimer Weg in Grolsheim" zu sehen. Hier der Link zu Mediathek des SWR:

 

http://swrmediathek.de/player.htm?show=4d1d5130-89f4-11e4-a0d6-0026b975f2e6

 

Wir danken dem Team vom SWR für den tollen Beitrag.

 

 

Tag der offenen Tür am 19.10.2014 - Bericht in der Allgemeinen Zeitung Bingen

 

Hier ein Auszug der "Allgemeinen Zeitung" Ausgabe Bingen vom 22.10.2014 von Jochen Werner:

 

Katzen und Kaninchen sind die Stars

TAG DER OFFENEN TÜR Zahlreiche Besucher schauen sich im Tierheim um / Samtpfoten werden schnell vermittelt

BINGEN/GROLSHEIM - Es hat sich vieles geändert im Tierheim in Grolsheim. Beim Tag der offenen Tür gaben sich am Sonntag viele Menschen aus der gesamten Region quasi die Klinke in die Hand. Knapp 40 Katzen, zwei Kaninchen und ein Meerschweinchen waren die Stars des Tages. Vor allem ging es Sabine Götzmann und dem Team vom Tierschutz Bingen aber darum, sich zu präsentieren und auf die Probleme des Vereins und der Tiere hinzuweisen.

Der Andrang war groß, das Interesse an den Haustieren ist ungebrochen. Genauso die Suche nach Informationen. „Wir wollen irgendwann erreichen können, dass sich unsere Sache selbst trägt“, gab Götzmann, Zweite Vorsitzende im Binger Tierschutzverein, ihrer Hoffnung Ausdruck. Bisher zahlen die Stadt Bingen und die Verbandsgemeinden Rhein-Nahe sowie Sprendlingen/Gensingen eine Fundtierpauschale, die als Tropfen auf dem heißen Stein dient, weder Tierarztkosten, noch notwendige Arbeiten abdecken kann. Hier sei man auf Spenden angewiesen, erklärte Götzmann. Zwar wurden Haus und Gelände mietfrei überlassen, die notwendige Instandhaltung müssen aber die Vereinsmitglieder stemmen. Deren vorerst letzte Maßnahme war, den Balkon katzensicher zu machen, um hier aktuell nierenkranke Tiere zu versorgen.

Vor Jahresfrist mussten sich die 15 ehrenamtlichen Helfer noch um 61 Katzen kümmern. Das sieht heute besser aus, auch wenn am Samstag sechs Neuankömmlinge zu verzeichnen waren: zwei Katzenmütter mit ihren insgesamt vier Jungen. Und die waren natürlich die Stars des Tages, gemeinsam mit der vor wenigen Wochen am Hinterlauf operierten Hermine. Bei Elena (10) aus Gau-Odernheim etwa, die mit Papa André und Mama Sabine auf der Suche nach einem Kätzchen als Spielkamerad für ihren dreifarbigen, achtjährigen Stubentiger Stine war.

Auch Uli, Kerstin und vor allem Sohnemann Ben (fast 3) mussten aus Zotzenheim nach Grolsheim fahren. Für Ben keine Frage: „Na klar!“ wollte er „seine“ Katze am liebsten gleich mitnehmen. Bei den Katzen zählt der Charakter. Ob verschmust wie Hermine oder „sehr eigen“ wie Luschi, bei der es eher hieß: „Nur gucken, nicht anfassen!“, die dafür aber die Ruhe weg hat und sich oben auf dem Schrank auch vom Trubel des Tages nicht beeindrucken ließ. Genauso cool ließen Blaze und Smoothy, die beiden Kaninchen, die es Lukas (7) angetan hatten, das Geschehen über sich oder vielmehr an sich vorübergehen.

Götzmann weiß, dass der Tierschutz Bingen in den vergangenen zehn Monaten viel auf die Beine gestellt, die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt hat. Damit ging auch der Erfolg einher, wie die Reaktionen der Besucher einerseits und die erfolgreichen Tiervermittlungen andererseits beweisen: „Kaum eine gesunde Fundkatze bleibt länger als die unvermeidlichen drei Wochen Aufbewahrungsfrist. Da stehen immer schon Freunde in der Pipeline“, erklärte Götzmann mit einem Lächeln.

 

(Link: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bingen/bingen/katzen-und-kaninchen-sind-die-stars_14712471.htm )